Ton tönt stille

von Ursula Tscherne und Peter Tscherne-Kalsner

Zum Tonprojekt der Freien Schule

Ton. Erde, in die hineingeformt, hineingegraben, hineingeschlagen wird. Ein Be-greifen im ursprünglichen Sinn des Wortes. Erstaunlich, die geschickten Hände, die koordinierten Finger, alle gleichzeitig tätig: es wird geknetet, gewalkt, gedrückt, eingedrückt, gerollt, gedreht, erweicht, erwärmt, gefühlt, betastet, bewegt, gestreichelt, gekratzt, geschabt, zerrissen, gefügt, geformt, verändert, gestaltet, angefaßt, befaßt, erfaßt,...

Durch das gemeinsame Nebeneinander-Arbeiten mit Material eröffnet sich eine ganz eigene soziale Dimension: Eine Friedlichkeit, in der Phasen des Plauderns mit jenen, in denen das Gespräch zurücktritt abwechseln und die Kinder ganz in ihre Arbeit versinken.

Unsere Kinder haben sich schon sehr an das Zuschauen, In-Sich-Aufnehmen gewöhnt. Es ist wichtig, ihnen immer wieder Gelegenheit zu bieten, in denen sie ihren eigenen Gedanken, Gefühlen und Träumen geformten Ausdruck verleihen können. Fernsehen, Videos, Computerspiele, das Bewegen in virtuellen Welten, kann nie die gleiche Befriedigung gewähren.

Jedes Kind hat schöpferische Möglichkeiten, die ihm in einer Atmosphäre von beschränkter Freiheit Reifung, Erfüllung und gehobenes Selbstbewußtsein bringen können. Die Kunst-Projekttage mit Sissi schaffen genau diesen Raum, in denen Intensität und Konzentration ,,große Dinge" entstehen lassen.

Die stille Kraft der Skulpturen, wie sie da vor uns sitzen, liegen, knien, stehen, tanzen spricht für sich. Ton tönt nach.

 














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