24 Jahre Kinderhaus Hofmühlgasse

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Die Hausparteien in der Hofmühlgasse 2 waren zum Großteil bereits abgesiedelt. Das jetzige Kinderhaus sollte dem Neubau einer Garage weichen. Die mutige politische Entscheidung von Frau Fröhlich-Sandner, uns Ex-GagaistInnen zu helfen, stieß auf wenig Verständnis der Restparteien im Haus, sowie des im Erdgeschoß des Hauses eingemieteten Möbelgeschäfts.

Hofmühlgasse 2, kurz vor der Geburt des Kinderhauses Wir mussten rasch handeln, damit im Herbst 1983 die Kinderbetreuung wieder aufgenommen werden konnte. Wir (Swiczinsky, Malzer,…) konnten die Gemeinde Wien (Fröhlich-Sandner, Podkowicz…) überzeugen, eine notdürftige Haussanierung sowie eine jährliche Betriebskostensubvention zu genehmigen.
Den Innenausbau machten wir zum Großteil mit viel Arbeitsaufwand selbst: Fußböden legen, Fenster streichen, verfließen, ausmalen etc.

Unser rechtlicher Status war der einer Arbeitsgemeinschaft. Gemeinsam mit der MA 13 wurde die juristische Lösung gefunden, dem Verein 'Jugendzentren der Stadt Wien' das Haus als Bittleihe (Prekarium) zur Verfügung zu stellen und uns darin als Untermieter, sogenannte Subprekaristen, aufzunehmen. Das bedeutete, dass wir zwar keine Miete entrichten mussten, allerdings auch jederzeit gekündigt werden konnten.
Dieser Schwebezustand hielt bis Oktober 1996 an.

Wände werden niedergerissen Das Haus wurde von oben bis unten saniert:
Im gesamten Kinderhaus wurden die Räume in einem Außenring an den Straßenseiten und einem Innenring an der Hofseite mit Mauerab- bzw. durchbrüchen verbunden - So sollte ein dynamisches Wachstum der einzelnen Gruppen ermöglicht werden.
Die beiden oberen Stockwerke bekamen eine Heizung und je eine Stockwerksküche. Im Selbstausbau entstand ein Musikkeller, eine Holzwerkstatt und eine Dunkelkammer im ersten Stock.

1984 zog die Schülerschule Arbeitergasse -
jetzt Freie Schule Hofmühlgasse – ein. Sie baute sich die als Werkstätten gewidmeten Räume im 1. Stock aus, was durch einen finanziellen Zuschuss der neuen Stadträtin Smejkal ermöglicht wurde.
Ein internes, basisdemokratisches Hausstatut wurde als Ergebnis heftiger Plenumsdiskussionen erstellt.

1985 wurde dann ein offizieller Hausverein gegründet, um weiter subventionsfähig bleiben zu können. In diesem Jahr zog auch die "Werkschule" in den 1. Stock ein, die sich allerdings ein Jahr später wieder auflöste. Ebenso löste sich die "ESL-Kooperative", die Schule der 10 - 14 Jährigen, im 3. Stock auf.

Renovierung der Ätsch-Schulküche 1986 wurde die Kindergruppe "Kunterbunt" aufgenommen und die Kindergruppe "Liniengasse" änderte ihren Namen in "Panther, Tiger & Co". Bautenstadtrat Edlinger genehmigte die Instandsetzung der Hoffassade nach unseren Gestaltungsvorschlägen. Die neu gegr&uumL;ndete Kindergruppe "Spatzennest" wurde aufgenommen.

1987 änderte die "Schülerschule Arbeitergasse" ihren Gruppennamen in "Freie Schule Hofmühlgasse".

1988 kam es zur Gründung der "Freien Gesamtschule" und die Kindergruppen "Kunterbunt" und "Panther, Tiger & Co" fusionierten zur Kindergruppe "Pumapanther".
Das interne Hausstatut wurde überarbeitet und neu gefasst, um einen Minderheitenschutz f&uumL;r die kleinen Hausgruppen einzuführen.
Im Kinderhaus waren starke Setzungen und Risse im Kellermauerwerk zu beobachten, sodass wir eine statische Befundaufnahme durch DI O. Graf erstellen ließen. Im Befund wurde eine sofortige Auskeilung der Kellermauerrisse, bzw. eine Pöltzung vorgeschlagen.

Von 1988 bis 1995 versuchten wir immer wieder mit Bürgermeister Zilk oder Stadträtin Smejkal über eine Haussanierung auf Dauer und die Rücknahme der Abbruchgenehmigung zu verhandeln. Die Gespräche führten zu keinem Erfolg.

1991 verschmolz die Kindergruppe "HUK" mit der "Freien Schule".

1995 war es dann soweit: Eine neue Stadtregierung zog ins Rathaus und nach einer Begehung des Kinderhauses durch Dr. Josef Ostermaier und der neuen Jugendstadträtin Grete Laska wurde auf Antrag von letzterer und Stadtrat Fayman 1996 eine Sanierungszusicherung im Gemeinderat beschlossen.
Inzwischen hatte die "Freie Gesamtschule" im 2. Stock ihren Betrieb eingestellt und die beiden im Haus verbleibenden Alternativschulen ÄTSCH und Freie Schule konnten sich Räume dazu nehmen.

1996 wurde die Multikulturelle Kindergruppe "ELIF" aufgenommen.
Im selben Jahr wurden wir ordentliche Mieter, nachdem durch Verhandlungen mit der Gemeinde Wien sichergestellt war, dass die ab jetzt anfallenden durch die Sanierung hohen Mietkosten subventioniert werden würden.

Im Oktober 1998 feierten wir im ganzen Haus ein großes Fest zu unserem 15-jährigen Bestehen mit allen unseren Freunden.

1999 wurde die Kinderhaus-Homepage www.kinderhaushofmuehlgasse.com erstellt.
Die Kindergruppe "Ich Bin Ich" im 3.- Stock löste sich auf und in die freien Räume zogen das "Büro des Dachverbandes der Wiener Kindergruppen" und die Hortgruppe "A-B-Zebra".

2000 ging unser langjähriger Kontaktbeamter für die Subventionen, SR Dr. Titz, in Pension. Sein Nachfolger wurde Dr. Krotky.

2001 wurde der Keller renoviert.

2002 löste sich die Kindergruppe "ELIF" auf. Nachfolgerin wurde die islamische Kindergruppe "AZRA".
2003 feierten wir unser 20 jähriges Bestehen mit einem großen Fest.
Der Verein "HOKI" wird aufgenommen

2004 wurde die langjährige Hausbetreuerin Ruth Laube gekündigt.
Hausfest 2003

2005 Die langjährige Hauskassiererin Anita Hoffmann wurde von Martin Hassfurther abgelöst.
Das Kinderhaus beteiligte sich an dem spartenübergreifenden Projekt "Der 6te Sinn" mit einer Seilrutsche im Kinderhaus.
Flyer 6ter Sinn 2005

Hilda Swiczinsky trat aus Altersgründen von ihrer Obfrauschaft zurück und bekam als Geschenk eine Maßstabs-getreue Torte in Form des Kinderhauses von ihrer Nachfolgerin, Martina Moritsch geschenkt.

2006 wurden die Kinderhausstatuten aktualisiert. Ruth Laube zog aus ihrer Wohnung im Erdgeschoß aus und die leerstehenden Zimmer wurden dem Verein "Wiener elternverwaltete Kindergruppen" zugeteilt.
Hausfest 2006 Für Hilda, die ehemalige Hausobfrau, wurde von allen Hausgruppen ein super Abschiedsfest gegeben. Zu dem Fest kam sogar die ehemalige Jugendstadträtin Gertrude Fröhlich-Sandner als Gratulantin.


Bezirksmuseum Mariahilf 2007 2007 feierte das Kinderhaus sein Bestehen mit einer Ausstellung im Bezirksmuseum Mariahilf im Rahmen der Bezirksfestwochen.









Derzeit werden im Kinderhaus Hofmühlgasse 117 Kinder im Alter von 2 – 10 Jahren mit Liebe und großem persönlichen Einsatz der Eltern und BetreuerInnen ganztägig betreut. In 3 Kindergruppen, 2 Alternativschulen und einer Hortgruppe, alle in Selbstverwaltung, wird gewaltfreie Erziehung partnerschaftlich gelebt. Auch der "Verein der Wiener elternverwalteten Kindergruppen" befindet sich im Haus.

Hilda Swiczinsky, Ex-Obfrau
Tel: +436991 1130638


Wien, 15. März 2007


 

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